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Jean Paul Schmitzvon Marie-Theres Scheffczyk Aus "Jean Paul Schmitz - Betrachtung zu Künstler und Werk", ISBN 3-7977-0204-3, Stadler Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz
Zum Schauen geboren, zum Malen bestellt – Jean Paul Schmitz ist aus innerstem Wesen Maler. Und es scheint, daß die Wurzel dafür einzig in ihm selbst liegt. Man weiß von keinem kunstbegabten Vorfahren, und weder Eltern noch die fünf Geschwister zieht es zur Kunst. Demgegenüber präsentiert sich bereits der etwa Sechzehnjährige auf einem Foto mit Pinsel und Palette vor der Staffelei. Er ahnt damals allerdings nicht, dass dies einmal seine Berufsutensilien sein werden. Viel zu fest ist er noch eingebunden in Welt und Vorstellungen seines Elternhauses im rheinischen Düren, wo er, am 4. März 1899 in Wesseling bei Bonn geboren, Kindheit und Jugend verlebt. Die Eltern – Kaufmann und Buchhalter der Vater, die Mutter Bauerntochter — haben als strenge Katholiken für ihr viertes Kind bereits feste Pläne: Jean Paul soll Priester werden. Mit elf Jahren kommt er daher nahe bei Aachen, im holländischen Vaals, zu den Jesuiten. Zwar profitiert er von der Lernerziehung im Collegium Josephinum – die lebenslange Liebe zu Latein und zur mittelalterlichen Geschichte nimmt dort ihren Anfang — zugleich jedoch wird hier der Keim zu Schmitz' späterer Abkehr von der Kirche gelegt: Das warmherzige Kind, gewöhnt an die liebevolle Zuwendung der Mutter, leidet so schmerzlich unter der klösterlichen Erziehung, die insbesondere allen zwischenmenschlichen Kontakten bewusst gegensteuert, dass die Eltern den Sohn wieder nach Hause holen.
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